Wie funktioniert VDSL? Technik und Geschwindigkeiten

Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus dem Jahr 2013 und wurde im Oktober 2026 aktualisiert.

VDSL steht für Very High Speed Digital Subscriber Line (seltener VHDSL abgekürzt). Wie die klassische DSL-Technik nutzt VDSL die vorhandene Kupfer-Telefonleitung, um Internetdaten zu übertragen – erreicht aber ein Vielfaches der Geschwindigkeit. Für Millionen Haushalte in Deutschland ist VDSL bis heute der Standard für schnelles Internet, auch wenn der Glasfaserausbau immer weiter voranschreitet.


Was ist VDSL und wie funktioniert es

Warum VDSL?

Der Bedarf an schnellem Internet ist enorm gestiegen. In vielen Haushalten teilen sich Laptops, Smartphones, Smart-TVs, Spielkonsolen und Smart-Home-Geräte eine Leitung; Videostreaming in 4K, Videokonferenzen im Homeoffice und Cloud-Backups brauchen viel Bandbreite – auch im Upload. Klassisches ADSL mit bis zu 16 Mbit/s reicht dafür kaum noch aus.

Wie funktioniert VDSL?

VDSL nutzt deutlich höhere Frequenzen als ADSL – bei VDSL2 bis 17,6 MHz statt rund 2,2 MHz. Auf diesen Frequenzen lassen sich viel mehr Daten übertragen. Der Haken: Hohe Frequenzen werden auf Kupferleitungen stark gedämpft und reichen nur wenige Hundert Meter weit.

Deshalb verlagert VDSL die Technik näher zum Kunden. Statt in der weit entfernten Vermittlungsstelle sitzt der DSLAM in den grauen Kabelverzweigern am Straßenrand, die per Glasfaser angebunden sind. Man spricht von FTTC („Fiber to the Curb“, Glasfaser bis zum Bordstein). Bis zum Kunden liegen dann meist nur noch wenige Hundert Meter Kupferleitung.
VDSL-Technik mit dem Telekom VDSL 50 Modem und Set Top Box

VDSL-Varianten

Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) hat zwei Generationen standardisiert: VDSL1 und VDSL2. In Deutschland wird ausschließlich VDSL2 eingesetzt. Es wurde später um zwei wichtige Techniken erweitert:

  • Vectoring: unterdrückt die Störungen, die benachbarte Leitungen im selben Kabel verursachen, und ermöglicht bis zu 100 Mbit/s.
  • Super-Vectoring (Profil 35b): nutzt Frequenzen bis 35 MHz und erreicht auf kurzen Leitungen bis zu 250 Mbit/s.

VDSL-Geschwindigkeiten im Überblick

  • ADSL2+ (zum Vergleich): technisch bis etwa 24 Mbit/s, in Deutschland meist als 16-Mbit/s-Anschluss vermarktet; Upload rund 1 Mbit/s.
  • VDSL 25 / VDSL 50: 25 bzw. 50 Mbit/s im Download, 5 bzw. 10 Mbit/s im Upload.
  • VDSL 100 (Vectoring): 100 Mbit/s Download, 40 Mbit/s Upload.
  • VDSL 250 (Super-Vectoring): bis zu 250 Mbit/s Download, 40 Mbit/s Upload.

Besonders erfreulich ist der deutlich schnellere Upload im Vergleich zu ADSL, bei dem das „A“ für asymmetrisch steht. Für Videokonferenzen, Cloud-Backups oder das Hochladen großer Dateien macht das einen spürbaren Unterschied.
DSL und VDSL Technik Diagramm

Die Entfernung entscheidet

Wie schnell ein VDSL-Anschluss tatsächlich ist, hängt vor allem von der Länge der Kupferleitung zwischen Kabelverzweiger und Haus ab. Je weiter entfernt, desto stärker wird das Signal gedämpft und desto geringer ist die Datenrate. Ab etwa 500 Metern sinkt die Geschwindigkeit deutlich, bei einem Kilometer sind oft nur noch rund 25 Mbit/s möglich. Die Verfügbarkeitsprüfung der Anbieter zeigt, welche Geschwindigkeit an Ihrer Adresse realistisch ist.

VDSL oder Glasfaser?

VDSL holt das Maximum aus dem Kupfernetz heraus, stößt aber an physikalische Grenzen. Glasfaser bis ins Haus (FTTH) bietet Gigabit-Geschwindigkeiten, einen viel schnelleren Upload und stabile Verbindungen unabhängig von der Entfernung. Ist an Ihrer Adresse Glasfaser verfügbar, ist sie die zukunftssichere Wahl. Bis dahin bleibt VDSL eine solide Lösung für die meisten Haushalte.

Häufige Fragen zu VDSL

Brauche ich für VDSL einen speziellen Router?
Ja, der Router muss ein VDSL-Modem haben. Für Vectoring muss es vectoring-fähig sein, für Super-Vectoring zusätzlich das Profil 35b unterstützen.

Ist VDSL dasselbe wie Glasfaser?
Nein. Bei VDSL reicht die Glasfaser nur bis zum Kabelverzweiger in der Straße; die letzten Meter laufen über Kupfer. Bei echtem Glasfaser (FTTH) liegt die Faser bis in Ihre Wohnung.

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IT-Berater und Softwareentwickler aus Deutschland mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in Unternehmenssoftware. Schwerpunkt: Public-Key-Infrastruktur (PKI) und Zertifikats-Lebenszyklus-Management, dazu lokale KI und große Sprachmodelle. Betreibt techuni.de, Tech Crates und Student Life Online. Mehr auf carsten-kraft.com.