Laserdrucker: Aufbau und Funktionsweise einfach erklärt

Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus dem Jahr 2012 und wurde im Oktober 2026 aktualisiert.

Laserdrucker stehen heute in fast jedem Büro und in vielen Arbeitszimmern, weil sie schnell, günstig pro Seite und gestochen scharf drucken. Bei einem Tintenstrahldrucker kann man sich gut vorstellen, wie winzige Düsen Tinte Zeile für Zeile aufs Papier sprühen. Aber wie druckt man mit einem Laser? Die Antwort liegt in einer cleveren Nutzung statischer Elektrizität.


Technologie eines Laserdruckers im Detail erklärt

Das Prinzip: Elektrofotografie

Laserdrucker arbeiten nach dem Verfahren der Elektrofotografie, auch Xerografie genannt. Es wurde 1938 von Chester Carlson erfunden und zuerst in Kopierern eingesetzt. Bei Xerox entstand Anfang der 1970er-Jahre der erste Laserdrucker; mit dem HP LaserJet kam die Technik 1984 in die Büros. LED-Drucker funktionieren nach demselben Prinzip, nutzen zur Belichtung aber eine Zeile aus Leuchtdioden statt eines Lasers. Für sehr große Formate gibt es Laser- und LED-Plotter.

Grundlage ist die Elektrostatik: Gegensätzliche elektrische Ladungen ziehen sich an, gleiche stoßen sich ab – so wie ein am Pullover geriebener Luftballon an der Wand haften bleibt.

Elektrostatik ist die Grundlage des Laserdruckens

Aufbau eines Laserdruckers: die wichtigsten Bauteile

  • Bildtrommel (Fotoleiter): die lichtempfindliche Walze, auf der das Druckbild als elektrische Ladung entsteht.
  • Ladewalze oder Ladekorona: lädt die Bildtrommel vor jeder Seite gleichmäßig auf.
  • Laser mit Polygonspiegel (Laserscanner): schreibt das Druckbild Zeile für Zeile auf die Trommel – bei LED-Druckern übernimmt das eine LED-Zeile.
  • Tonerkartusche und Entwicklereinheit: enthalten das Tonerpulver und bringen es an die Trommel.
  • Übertragungswalze bzw. Transferband: zieht den Toner von der Trommel aufs Papier; Farblaser sammeln die vier Farben zuerst auf dem Transferband.
  • Fixiereinheit: zwei beheizte Walzen, die den Toner mit Hitze und Druck dauerhaft mit dem Papier verbinden.
  • Reinigungsklinge und Resttonerbehälter: entfernen und sammeln den Toner, der nach dem Druck auf der Trommel zurückbleibt.
  • Papierfach, Einzugsrollen und Steuerelektronik: transportieren das Papier und rechnen das Dokument in ein Druckbild um.

Der Druckvorgang in sechs Schritten

1. Laden

Herzstück des Druckers ist die Bildtrommel, eine mit einem Fotoleiter beschichtete Walze. Sie wird zunächst gleichmäßig negativ aufgeladen – durch eine Ladekorona oder durch Ladewalzen. Ladewalzen gelten als die bessere Wahl, weil sie kaum Ozon freisetzen, das in schlecht gelüfteten Räumen die Atemwege reizen kann.

Elektrostatik und Belichtung von Laserdruckern

2. Belichten

Der Fotoleiter hat eine besondere Eigenschaft: Wo Licht auf ihn trifft, wird er elektrisch leitend und verliert seine Ladung. Dieses Licht liefert der Laser. Sein Strahl wird über einen rotierenden Polygonspiegel, den sogenannten Laserscanner, zeilenweise über die Trommel geführt und dabei blitzschnell ein- und ausgeschaltet. An den Stellen, an denen später Toner haften soll, wird die Trommel entladen. So entsteht ein unsichtbares elektrostatisches Abbild der Seite.

Funktionsweise von Laserdruckern

3. Entwickeln

Die Trommel dreht sich an der Entwicklereinheit vorbei, die den Toner bereithält – ein feines Pulver aus Kunststoff und Farbpigmenten. Der Toner ist ebenfalls negativ geladen. Er wird von den noch geladenen Bereichen abgestoßen und bleibt nur an den entladenen, belichteten Stellen haften.

4. Übertragen

Eine positiv geladene Übertragungswalze unter dem Papier zieht den Toner von der Trommel auf das Blatt.

5. Fixieren

Noch liegt der Toner nur lose auf dem Papier. In der Fixiereinheit schmelzen Hitze von rund 180 bis 200 °C und Druck die Tonerpartikel und verbinden sie dauerhaft mit dem Papier – deshalb ist ein frischer Ausdruck noch warm.

6. Reinigen

Eine Reinigungsklinge entfernt restlichen Toner von der Trommel, eine Löschlampe oder -walze neutralisiert die verbliebene Ladung. Danach wird die Trommel für die nächste Seite neu geladen.

Farblaserdrucker

Farblaserdrucker arbeiten mit vier Tonerfarben: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK). Die meisten modernen Geräte nutzen das Tandem-Verfahren mit vier hintereinander angeordneten Bildtrommeln, die ihre Farben nacheinander auf ein Transferband übertragen, bevor alles gemeinsam aufs Papier kommt. Dadurch druckt ein Farblaser fast so schnell wie ein Schwarzweißgerät.

Laserdrucker oder Tintenstrahldrucker?

  • Laserdrucker sind ideal für viel Text und Geschäftsdokumente: schnell, wischfest und günstig pro Seite. Toner trocknet nicht ein, auch wenn der Drucker wochenlang nicht benutzt wird.
  • Tintenstrahldrucker eignen sich besser für Fotos und gelegentliches Drucken in Farbe. Geräte mit nachfüllbaren Tintentanks sind inzwischen auch im Verbrauch günstig.

Häufige Fragen zu Laserdruckern

Sind Laserdrucker gesundheitsschädlich?

Laserdrucker können Ozon und ultrafeine Partikel abgeben. Bei modernen Geräten mit Ladewalzen sind die Emissionen gering. Achten Sie auf Umweltzeichen wie den Blauen Engel, stellen Sie den Drucker nicht direkt neben den Arbeitsplatz und lüften Sie regelmäßig.

Warum gibt es Toner und Trommel manchmal getrennt?

Bei manchen Druckern ist die Bildtrommel in die Tonerkartusche integriert, bei anderen ist sie ein eigenes Verschleißteil, das deutlich länger hält als eine Tonerfüllung. Getrennte Teile sind auf Dauer oft günstiger.

Was ist der Unterschied zwischen Laser- und LED-Drucker?

Nur die Lichtquelle: LED-Drucker belichten die Trommel mit einer feststehenden LED-Zeile statt mit einem bewegten Laserstrahl. Sie kommen ohne Spiegelmechanik aus und sind dadurch oft kompakter.

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IT-Berater und Softwareentwickler aus Deutschland mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in Unternehmenssoftware. Schwerpunkt: Public-Key-Infrastruktur (PKI) und Zertifikats-Lebenszyklus-Management, dazu lokale KI und große Sprachmodelle. Betreibt techuni.de, Tech Crates und Student Life Online. Mehr auf carsten-kraft.com.